Laut letzter Meldung vom 28.1.2026 auf Heise.de (siehe Quelle unten) wird die französische Regierung sukzessive in Behörden die US-Dienste wie Microsoft Teams und Zoom durch die eigene Videokonferenzplattform „Visio“ ersetzen, um digitale Souveränität, Datenschutz und Kosteneinsparungen zu erreichen.
Alle Datenschützer sprechen an dieser Stelle ein großes Lob aus für diesen pro-aktiven Einsatz der Französischen Behörden. Es sind einige Jahre Vergangen seit dem München den Rückschritt gemacht hat und sowohl Microsoft als Betriebssystem als auch als Office Anwendung wieder in den Behörden eingeführt hat. Vorher war München mit Linux und Open Office hier eine großartiges Beispiel, dass es auch ohne Microsoft bzw. US-Produkte laufen kann. Mal sehen was sie nächsten Jahre in Deutschland passiert oder ob die Marktmacht der US-Anbieter doch die Deutschen in die Knie zwingt und es keine Unabhängigkeit für unseren Standort geben wird. (PE)
Es folgt eine Zusammenfassung der Entscheidungen in Frankreich und des Eingesetzten Video-Konferenz-Tools „Visio“:
Kernpunkte der Entscheidung MS Teams und Zoom zu ersetzen
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Visio soll bis 2027 in allen Ministerien und staatlichen Einrichtungen produktiv eingesetzt werden und die heute genutzten US-Plattformen ablösen.
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Ziel ist es: Die Abhängigkeiten von nicht-europäischen Anbietern zu reduzieren, sensible Kommunikationsdaten im Land zu halten und Sicherheitsrisiken zu verringern.
Technische und organisatorische Details zur digitalen Transformation für mehr Unabhängigkeit
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Visio ist Teil der „Suite Numérique“, einer Sammlung souveräner Werkzeuge, die unter anderem Gmail, Slack und Google Meet im öffentlichen Dienst ersetzen sollen.
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Die Lösung wird von der interministeriellen Digitaldirektion (DINUM) betrieben, läuft auf Servern des französischen Cloud-Anbieters Outscale (Dassault Systèmes) mit SecNumCloud-Zertifizierung der ANSSI.
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Zugang erhalten ausschließlich Beschäftigte des öffentlichen Dienstes über das Authentifizierungssystem ProConnect; für Bürger und Unternehmen ist die Plattform nicht vorgesehen.
- Link zum Open Source Projekt
Funktionsumfang und KI-Features der eigenen Lösung
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Visio bietet klassische Videokonferenzfunktionen sowie KI-gestützte Transkription mit Sprechererkennung, basierend auf Technologie des französischen Start-ups Pyannote.
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Ab Sommer 2026 sind Live-Untertitelungen in Echtzeit geplant, die auf Entwicklungen des französischen KI-Forschungslabors Kyutai aufsetzen.
Einführung, Nutzung und Einsparpotenzial
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Die Plattform lief ein Jahr im Pilotbetrieb und hat bereits rund 40.000 regelmäßige Nutzer; aktuell werden etwa 200.000 Beschäftigte aufgeschaltet.
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Frühe Umsteiger sind unter anderem CNRS, Krankenversicherung, die Finanzverwaltung (DGFiP) sowie das Verteidigungsministerium; das CNRS ersetzt seine Zoom-Lizenzen vollständig durch Visio.
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Pro 100.000 Nutzer erwartet die Regierung Einsparungen von etwa einer Million Euro jährlich durch wegfallende Lizenzkosten kommerzieller Anbieter.
Quelle: heise.de/news/Frankreich-ersetzt-MS-Teams-und-Zoom-durch-eigene-Videokonferenzsoftware-11155120.html